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Am 1. und 2. Oktober 2010 findet das diesjährige Symposion statt.
Hier finden Sie den aktuellen Flyer mit allen Vorträgen, Workshops, Preisen, Anmeldung, etc.
Dozenten und Beschreibungen der Workshops:
Drischel, Johannes – Arbeitstherapeut, Konzeptentwickler aus Müden/Aller
Aus Sicht der SRD-Konzeption stellt sich der Asperger Autismus als „dissoziative Störung im Bereich der Kommunikation“ dar. Die dissoziativen Ressourcen der Betroffenen sind besonders in Bezug auf die Spiegelneuronen aktiv und führen zu Anpassungsstörungen im allgemeinen, zu Störungen der Emotionen, der Impulse, der Wahrnehmung und des Körperschemas im besonderen. Die Betroffenen sind leicht irritierbar, leicht erschöpfbar und situationsabhängig u.U. unzugänglich. Aus dieser Sicht stellt sich der vom Asperger- Syndrom Betroffene eher als jemand dar, der im Bereich Empathie hochbegabt ist, von dieser Ressource aber durch eine Reizüberflutung bedroht wird. Darauf reagiert sein Regulationssystem dann mit di ssoziativen Kompensationsstrategien.
Betroffene aus dem Aspergerspektrum profitieren i.d.R. von emoflex®-Methoden. Gebessert werden kann in den meisten Fällen die Belastbarkeit in Schule und Beruf, die Empathie und die Irritierbarkeit (Synchronisation der Regulationsdynamik) Drischel, Johannes – Arbeitstherapeut, Konzeptentwickler aus Müden/Aller „emoflex® - Stressbewältigung für Kinder mit Lern-/Schulproblemen" Emoflex® ist in der offenen Version ein Selbsthilfeverfahren zur Stressbewältigung in Schule, Familie, Ausbildung und Beruf. Besonders sensible Kinder und Kinder mit chronischen Erkrankungen (Mehrfachbelastungen) zeigen im Kontext von Schule häufig Symptome eines akuten Stresssyndroms. Bei Vorliegen von sog. psychosomatischen Störungen, Ängsten, Konzentrationsstörungen und Ablenkbarkeit bieten wir einfach auszuführende Strategien, die gleich ihre positive Wirkung zeigen. Einiges kann der Schüler mit emoflex®-Werkzeugen selbst bewegen. Die Selbstwirksamkeitserwartung der Kinder lässt sich so positiv stärken. Fuchs, Klaus Peter - Künstler, Leiter einer Malschule in München Beschenar, Alexandra – Mitarbeiterin der Lilly GmbH Maltherapeutisches Projekt - Kreatives Malen mit Fingermax Kinder, die an ADHS-Symptomen leiden, fallen im schulischen Alltag meist negativ auf – es mangelt ihnen an positivem Feedback zum Aufbau eines gesunden Selbstwertsystems. Der Malunterricht mit Fingermäxen ist darauf ausgerichtet, das Kreativpotential der Kinder zu fördern mit einem Resultat, auf das sie stolz sein können. K.P. Frank schafft es, die Kinder zu begeistern und zu hoher konzentrierter Arbeit mit den neuen Materialien anzuleiten. Gleichzeitig trainiert er Feinmotorik und sensorisch-integrative Prozesse. Der Pharmakonzern Lilly bemüht sich seit Jahren, die Bedeutung von positivem emotionalen Erleben, Selbstwertgefühl und guter Lebensqualität für die gesunde Entwicklung und die soziale Integration von ADHSlern zu erforschen und therapeutisch zu unterstützen. Herzog, Olaf – Theatertherapeut aus Münster, Coach der dortigen ADHS - Selbsthilfegruppe Theater und ADHS – Workshop 17, Improtheater und Expertengespräch mit Leif Viola Im Workshop werden verschiedene Übungen und methodische Ansätze der Arbeit mit einer Theatergruppe vorgestellt und erprobt. Lustvoll und spielerisch nähern wir uns dem Begriff des Bühnenstatus und seiner Bedeutung für das Spiel auf der Bühne. In der kleinen 90-minütigen Einheit geben wir einen Einblick in die Arbeitsweise und stellen das (angeleitete) Theaterspiel als Übungsfeld echter Lebensschulung für Leute mit und ohne ADHS vor. Das Improtheater bleibt eine echte Überraschung - ein glanzvoller, lustvoller Höhepunkt am Schluss einer hoffentlich gelungenen Arbeitstagung.
Klasse, Christine – Erziehungswissenschaftlerin B.A., Erzieherin, Marklohe
Darstellung des Ansatzes der videogestützten Entwicklungsbegleitung Für eine vielschichtige und positive Entwicklung des Kindes ist es notwendig, eine Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Betreuungseinrichtung herzustellen. Die Bildungsprozesse entstehen durch ständige Interaktion des Kindes mit seiner sozialen Umwelt, also in der Familie und der jeweiligen Einrichtung ( Kita, Schule, Hort ) Diese Systeme sind voneinander getrennt und quasi in sich geschlossen. Durch den Ansatz der videodiagnostischen Entwicklungsbegleitung öffnen sich die Systeme und es findet auf einer ganz neuen Basis ein Austausch statt. Denn wir alle sind Teile eines Ganzen, systemisch betrachtet und doch in sich einzigartig.
Klasse, Christine – Erziehungswissenschaftlerin B.A., Erzieherin, Marklohe
Die kindliche Entwicklung – ein Einblick in eine sinnliche Welt Die kindliche Entwicklung ist ein ganzheitlicher und auch einzigartiger Prozess, der von den unterschiedlichsten Komponenten beeinflusst wird. Um die Entwicklung von Kindern konstruktiv zu begleiten und zu fördern ist es möglich, anthroposophische Aspekte als Handlungsmuster einzubeziehen, sowie ökosystemische Zusammenhänge darzustellen, um die Kind – Umwelt – Interaktionen deutlich zu machen. Lewis, Graham – Dipl. Sozialpädagoge, Elsa-Brandström-Heim Minden Kinderschutz als pädagogische Herausforderung - Der Schutzauftrag der Jugendhilfe bei Kindeswohlgefährdung Mit der Novellierung des SGB VIII durch das Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz (KICK) 2005 hat der Gesetzgeber die rechtlichen Voraussetzungen für einen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gefährdungen und damit einhergehend vor Vernachlässigungen und Misshandlungen verbessert. Eine zentrale Bedeutung hat dabei die Konkretisierung des Schutzauftrages des Jugendamtes (§ 8a SGB VIII). Aus der besonderen Verpflichtung der Übernahme des Schutzauftrages auch für die Fachkräfte freier Träger (§ 8a Abs. 2 SGB VIII) ergeben sich nun mehr neue Rahmenbedingungen für Konzepte und Verfahren eines effektiven Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung. Die dafür im Gesetz festgeschriebenen Verfahrensschritte werden bei der Präsentation exemplarisch dargestellt. Lewis, Graham – Dipl. Sozialpädagoge, Elsa-Brandström-Heim Minden Anwendung fachlicher Standards bei Kindeswohlgefährdung Im § 8a Abs. 2 SGB VIII beauftragt der Gesetzgeber die öffentlichen und die freien Träger der Jugendhilfe Vereinbarungen zur Umsetzung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdungen zu treffen. Die Jugendämter und die Träger von Einrichtungen und Diensten der Städte Bad Oeynhausen, Minden und Porta Westfalica sowie des Kreises Minden-Lübbecke haben sich dabei auf gemeinsame Verfahrensstandards geeinigt, die in einem Workshop vorgestellt und diskutiert werden sollen.
Meusers, Dr. Michael – Kinder- /Jugendpsychiater, Psychotherapeut, Kinderneurologe
ltd. Arzt der Familienklinik im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke ADHS und Autismus - Gemeinsames und Verschiedenheiten Ca. 5 % aller Kinder erfüllen die Kriterien eines ADS. Bezüglich der Diagnose Autismus verfügen wir über keine genauen Zahlen. Auch wird diese Diagnose nicht so oft gestellt, es besteht die Sorge, schon so früh eine Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren und das Kind darauf festzulegen. Was ist identisch bei beiden Erscheinungsbildern, wo gibt es Unterschiede? Wann denken wir an Autismus? Lohnt die Diagnose überhaupt? Das Thema wird im Rahmen des Vortrags II im Plenum ausführlich referiert; im Workshop W2 besteht die Möglichkeit, in kleiner Runde die Inhalte vertiefend zu diskutieren und zu ergänzen.
Pacewitsch, Uwe – Schlagzeuger/Perkussonist, afrikanisches Trommeln, Hille
Trommeln für Kinder – unüberhörbar und ansteckend Uwe Pacewitsch trommelt schon seit vielen Jahren für Kinder. Rhythmik wirkt sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung, das Selbstvertrauen, die Konzentrationsfähigkeit und das soziale Gruppenverhalten aus. Durch spielerische Ansätze können Emotionen zum Ausdruck gebracht werden, es entstehen eigene Ziele und Gruppenziele, dadurch ergeben sich für den Einzelnen kleine Aufgaben der Impulssteuerung, die mit Spaß und Zufriedenheit belohnt werden. Rhythmik kann z.B. bei Kommunikationsschwierigkeiten, Konzentrationsschwächen, schwierigem Gruppenverhalten, Aggressionsbewältigung oder mangelndem Selbstwertgefühl hilfreich eingesetzt werden. Zunehmend wird Rhythmik aufgrund der hervorragenden Möglichkeiten zur Ansteuerung gruppendynamischer Prozesse auch im Bereich von Mitarbeitermotivation eingesetzt. Mit praktischer Erprobung im Workshop.
Raeder, Genno - Kinder-und Jugendtherapeut aus Rahden-Döhren
Kinder psychisch kranker Eltern Seit Jahren kümmert sich Genno Raeder um die Verbesserung der Situation von Kindern psychisch kranker Eltern. Er hat einen rührigen Arbeitskreis zu diesem Thema etabliert, die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisiert und schon manch Hilfreiches auf den Weg gebracht. Kinder von psychisch kranken Eltern haben ein stark erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens selbst eine psychische Störung zu entwickeln. Die Erkenntnisse über die Risiken für diese Kinder müssen in der praktischen Versorgung in der Erwachsenenpsychiatrie berücksichtigt werden. Die Betreuung dieser Kinder muss dringend verbessert werden. Spezielle qualifizierte Hilfen müssen angeboten werden, wie Psychoedukation, spezielle der Familiensituation angepasste Hilfen, Gespräche mit Kindern, Selbsthilfegruppen etc. Auch ADHS (bei Kindern wie bei Eltern) zählt als chronische psychische Erkrankung, die allerdings in einem Kontinuum von relativ leichter Störung mit rel. guter Lebenstüchtigkeit bis hin zu schwerer Desorganisation und/oder Depressionen und/oder Ängsten ausgeprägt sein kann.
Speich, Mathias - Suchtprophylaxe – Drogenberatungsstelle Kreis Minden
Generation Online Immer mehr Jugendliche verbringen ihre Zeit online! Online-Rollenspiele, Soziale Netzwerke und Chats sind ständige Begleiter in der neuen Medienwelt! Was bedeutet das? Welche Gefährdungen, aber auch Chancen liegen darin für Jugendliche? Wie geht man kreativ mit den neuen Medien und Jugendlichen um? „Im richtigen Leben würden wir unsere Kinder beschützen, warum tun wir es nicht im Internet?“ Um sie schützen zu können, sollten wir sie wenigstens im Ansatz verstehen. Worin besteht der Reiz der virtuellen Welten? Neben den kleinen Einblicken in diese Welt, soll in diesem Workshop auch auf den aktuellen Forschungsstand eingegangen werden. Eine offene Diskussion im Anschluss ist hierbei absolut erwünscht!
Winkler, Dr. Martin - Facharzt für Psychiatrie, Fachklinik Lüneburger Heide, Bad Bevensen
*ADHS Medikamente sinnvoll einsetzen* Kaum ein Thema ist so emotional besetzt wie die Pharmakotherapie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS. Dabei polarisieren nicht nur die Meinungen, sondern auch Erfahrungen der Betroffenen. In dem Vortrag soll es um positive wie auch *ent**-*täuschende Wirkungen der Medikation im Rahmen eines multimodalen Therapieansatzes gehen. Warum wirken Medikamente? warum nicht? oder sind angebliche Nebenwirkungen nicht vielmehr unerwartete oder auch durchaus psycho-logische? Wirkungen? ? Welche Rolle spielen Schlaf und emotionale Verarbeitung der lebenslangen Erlebnisse mit einer ADHS-Konstitution? Wie kann man Medikamente im Rahmen der ADHS-Therapie sinnvoll einsetzen und dosieren, worauf ist in der Betreuung der Betroffenen zu achten und welche typischen Fragen und Probleme tauchen auf?
Winkler, Dr. Martin - Facharzt für Psychiatrie, Fachklinik Lüneburger Heide, Bad Bevensen
*ADHS und Wegweiser der beruflichen Orientierung* Welche Ausbildung ist gut für mein Kind? Schon früh stehen Eltern und Teenager vor der Frage, wie die Ressourcen und typischen Problembereiche eines Menschen mit Teilleistungsstärken und ?schwächen im Bereich der Aufmerksamkeitssteuerung, Emotions- und Impulsregulation und Selbstorganisation sich im beruflichen Umfeld oder Studium meistern lassen. Welche Fertigkeiten sind Grundlage für einen erfolgen Weg im weiteren Leben? Welche typischen Stolperfallen sind zu erwarten und wo findet man Hilfe rund um die weiteren Schritte der Selbständigkeitsentwicklung?
Winkler, Dr. Martin - Facharzt für Psychiatrie, Fachklinik Lüneburger Heide, Bad Bevensen
*ADHS : Emotionen und Grenzen(losigkeit)* Höhen, Tiefen und sich immer wiederholende Blockaden oder ?Ausraster? mit Kontrollverlust prägen das Leben von Betroffenen, Angehörigen und Helfern in dem Spektrum der ADHS-Symptomatik. Gerade bei Mädchen und Jungen mit einer postulierten ADHS-Symptomatik vom unaufmerksamen Subtyp (ADS) lassen sich aber nicht immer klare diagnostische und therapeutische Abgrenzungen ableiten zu Hochsensibilität, Hochbegabung oder Reizoffenheit und ich-struktureller Störung aufgrund von traumatisierenden bzw. wenig haltgebenden und emotional-invalidisierenden Lebens- und Lernerfahrungen. Welche Rolle spielen Störungen der emotionalen Regulation und Impulskontrolle bei ADHS und wie kann man therapeutisch mit Irritationen und Traumatisierungen bei hoher Sensibilität und Reizoffenheit umgehen? |